Vorstand und Mitglieder des Arbeitskreises für Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen e.V. trauern um ihre langjährige stellvertretende Vorsitzende Cornelia Lindhorst-Braun, die am 25. Januar 2024 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Die 1952 im niedersächsischen Verden an der Aller geborene und in der „Reiterstadt“ aufgewachsene prominente „Wahl“-Oeynhausenerin, deren Eltern in der Verdener Altstadt ein Lichtspieltheater betrieben, absolvierte nach dem Abitur ein Studium an der Hochschule für Bibliothekswesen in Hannover mit dem Abschluss als Diplombibliothekarin und war anschließend nach kurzer Berufstätigkeit an der Stadtbibliothek in Herford (1977-1979) seit Juli 1979 über mehr als drei Jahrzehnte hinweg als hauptamtliche Leiterin der Stadtbücherei Bad Oeynhausen tätig. In dieser Funktion hat sie, der die Kooperation mit den örtlichen Grundschulen immer eine Herzensangelegenheit war, über 20.000 Bad Oeynhausener Schülerinnen und Schülern nicht allein das technische Know-how der Büchereinutzung, sondern auch die Freude am Lesen als unerlässliches Kulturgut vermittelt. Als Gründungsinitiatorin und Mitglied des 2003 von ihr ins Leben gerufenen Fördervereins der Stadtbücherei unterstützte sie bis zuletzt mit großem persönlichen Einsatz die vielfältigen kulturellen Initiativen und Veranstaltungen des Vereins.
Als stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen hat sie nach ihrem Eintritt in den Vorruhestand (2012) über mehr als ein Jahrzehnt die heimatkundliche Arbeit mit unermüdlichem Engagement an entscheidender Stelle geprägt und das Veranstaltungsprogramm des Vereins maßgeblich mitgestaltet. Mit ihr verliert der Arbeitskreis eine Persönlichkeit, die sich mit ihrem breiten Interesse und profunden historischen Sachverstand in viele stadtgeschichtliche Projekte eingebracht hat. Dabei zeichnete sie sich durch ihr Gespür für Menschen und Themen aus und brachte die Arbeit im Team durch ihre pragmatische und ausgleichende Art voran.
Als Autorin der gemeinsam mit dem Heimatverein Löhne herausgegebenen Reihe „Beiträge zur Heimatkunde“ hat Cornelia Lindhorst-Braun ein umfangreiches Spektrum stadtgeschichtlicher Themen bearbeitet. Die Nordrhein-Westfälische Bibliographie verzeichnet unter ihrem Namen allein zehn Titel; hinzu kommen Herausgebertätigkeiten („Bad Oeynhausen – sehr persönlich“, 1998) und redaktionelle Arbeiten (u.a. am mehrfach aufgelegten Bildband „Alte Villen – neu gesehen“ (2014, 2016) sowie ihre Beteiligung am Geschichtsprojekt „Parole HoZo“ (2019). Auch zählte sie, vom damaligen Stadtarchivar und Stadtheimatpfleger Gerhard Bartling schon früh für die heimatgeschichtliche Arbeit gewonnen, zu den Gründungsmitgliedern des Freundeskreises Wasserschloss Ovelgönne, dessen Geschichte sie sich auch wiederholt literarisch angenommen hat.
Ihr den Mitmenschen zugewandtes Wesen, ihre unprätentiös bescheidene und zugleich humorvoll gelassene Art werden uns fehlen. Wir sind Cornelia Lindhorst-Braun für ihr langjähriges, unermüdliches und erfolgreiches Wirken in allen Bereichen der Heimatpflege zu großem und bleibendem Dank verpflichtet und werden das Andenken an sie stets bewahren und in Ehren halten. Ihrem Ehemann Manfred und allen Angehörigen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme.
Dr. Klaus Peter Schumann
(Stadtheimatpfleger und Vorsitzender des Arbeitskreises f. Heimatpflege der Stadt Bad Oeynhausen e.V.)